Wer St. Petersburg mit dem Kreuzfahrtschiff besucht, darf nur dann an Land gehen, wenn er an einem organisierten Gruppenausflug oder einer über das Schiff organisierten anderen Tour (z.B. mit Privatfahrer) teilnimmt. > Dafür braucht man als Tourist kein Visum, aber man darf dann auch nicht auf eigene Faust noch die Stadt besuchen.

Die Alternative ist, sich selbst vor Reisebeginn ein Visum für Russland zu besorgen.

Es gibt Schiffs-Anleger direkt auf/an der Neva. Es gibt aber auch einen Passagierterminal für Kreuzfahrer, der vom Zentrum ein gutes Stück entfernt liegt. Er heisst „Marine Facade“, liegt auf der Insel Vasileostovskiy (Vasilyevskiy) und im Nachfolgenden möchte ich erklären, wie man von dort ganz einfach ins Stadtzentrum und zurück gelangt.

Der Kreuzfahrt-Hafen besteht aus verschiedenen Terminals, direkt nebeneinander gelegen und alle neu. In den Terminals selbst gibt es je eine Maschine, an der Ihr mit seiner Kreditkarte Geld abheben könnt. Man kann aber auch z.B. Dollar oder Euro-Scheine mit dem Automaten wechseln, um Rubel zu bekommen.

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Diese Rubel braucht man gleich vor dem Terminal, wenn man den Bus in die Stadt nehmen möchte. Alternativ kann man die erste Strecke zum Zentrum dieser Insel auch zu Fuss gehen. Die Strecke ist nicht zwingend schön, aber ich als Urban Archaeologist sehe mir immer gern neugierig alles an, sobald ich irgendwo ankomme. Ich gehe in Hinterhöfe und eher sofort vom Marktplatz weg, als in die Kirche hinein.

Auf der Strecke zum Stadtteil-Zentrum kommt Ihr zum Beispiel an einem Supermarkt und einer Apotheke vorbei, was aber auch die einzigen Geschäfte weit und breit sind. Vielleicht möchte jemand einfach nur ein paar lokale Souvenirs mit kyrillischem Aufdruck mit nach hause bringen? Schokolade, Honig, Tee…

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Ich las zuerst Green Pea und fand das enorm lustig…

 

Wenn Ihr mit dem Bus fahren möchtet, dann ist dies der Bus mit der Nummer 158, die einzige Linie, die dort fährt. Wer mehrmals in die Stadt fahren möchte, fotografiert am besten mit dem Smartphone den zeitlichen Fahrplan ab.

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Der Bus macht einen Umweg (im Gegensatz zum Fussweg) und man fährt vorbei an gigantischen Trabantenbauten, grauen Hochhäusern. Noch gibt es zwischen Terminals und Stadtzeil-Zentrum eine riesige Brachfläche und Baugebiet. Dort wird derzeit an einer Autobahn gebaut und es sollen weitere Häuserblöcke hochgezogen werden. Bis jetzt ist der Ausblick vom Schiff dieser:

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Zu Beginn fand ich es schrecklich, beim Hindurchspazieren dann einfach interessant.

Bus Nummer 158 bringt einen also ins Stadtteil-Zentrum. Das ist nicht zu verfehlen, denn es ist die erste Kreuzung/Haltestelle, die von Geschäften mit grossen Werbeflächen umgeben ist. Hier solltet Ihr bitte aussteigen.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten zur Weiterfahrt.

Man kann die Strasse überqueren und findet direkt gegenüber vom Ausstieg logischerweise den Einstieg für den Bus Nr. 158 zurück zum Schiff. Hier ist es sinnvoll, den Fahrplan abzufotografieren, denn der Bus fährt nicht immer im 10-Minuten Rhythmus.

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Einstieg ist hier aber auch für Bus N. 10 und dieser bringt einen pittoresk bis zum Stadtzentrum auf der anderen Seite der Neva. Es ist ein Trambus, d.h. er fährt mit elektrischer Oberleitung. Auch dieser Bus hat seinen Fahrplan ausgehängt, allerdings benötigt man dazu dann schon erste Russisch-Kenntnisse, den es wird erklärt, in welchem Rhythmus, die Busse wann fahren.

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Wir sind noch auf der selben Insel wieder ausgestiegen vom Bus, weil wir auch diesen Stadtteil, dort wo er hübscher war, mit Altbauten, ansehen wollten. Und weil wir von diesem Neva-Ufer auf die Innenstadt schauen wollten. Von dort sind wir dann zu Fuss über eine der Hängebrücken gegangen.

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Die vielen Brücken über die Neva werden nachts zu unterschiedlichen Uhrzeiten für jeweils mehrere Stunden hochgezogen. Dann kann die Schifffahrt passieren und die Brückenwärter können schlafen. Ganz grob gesagt passiert das zwischen 1am und 5am, aber wie gesagt, in unterschiedlichen Phasen. Auf meinem Stadtplan waren die Zeiten aufgedruckt. Aber die Taxifahrer wissen natürlich auch bescheid, und nachts würde ich mich nur mit dem Taxi bewegen. Dies ist für die Discogänger/Clubber unter Euch von Bedeutung.

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Wichtig beim Busfahren: die Tickets kauft man nicht beim Fahrer, sondern von einem herumgehenden Schaffner.  Derzeit zahlt man pro Busfahrt 30 Rubel. Also pro Bus wieder neu. Ein Tipp an Euch: Aufs Geld achten, was man herausgibt und was man zurück bekommt! Beim ersten Ticketkauf gab ich Geld für zwei Tickets (unübersehbar 60 RUB), bekam aber nur 1 Bus-Ticket ausgehändigt. Als ich der Schaffnerin hinterherging und 2 Finger hochhielt und „dwa“ sagte und auf ihren Geldbeutel zeigte, gab sie mir sofort das zweite Ticket. Bei der zweiten Busfahrt wollte mir der Schaffner zu wenig Geld herausgeben, weil er kein Kleingeld hatte. Okay sagte ich (die paar Cent), aber als er dann direkt neben mir das Kleingeld vom nächsten Fahrgast nach mir bekam, habe ich ihn dann doch aufgefordert, mir mein Restgeld auszuhändigen, was er widerwillig tat. Meine Basic Russki Sprachkenntnisse reichten dafür. Die Fahrgäste mir gegenüber hatten keine Rubel und sollten 1 USD bezahlen. Was aus praktischen Gründen und in der Summe gesehen akzeptabel ist, aber im Gegenwert zum eigentlichen Ticketpreis dann doch nicht.

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Wer ein bisschen kyrillisch kann: links „Autobus“, links „Trolleybus“ 🙂
Könnnt Ihr´s entziffern?

In der Metro funktioniert es übrigens anders, aber dazu gleich mehr.

Ich hatte gelesen, dass St. Petersburg interessante U-Bahn Stationen hat, alte und moderne. Also wollte ich das unbedingt sehen und auch ausprobieren. Auf den Stadtplänen, die man im Bestfall an der Pier kostenlos ausgehändigt bekommt (letztes Jahr gab es einen, dieses Jahr nicht), sind die Haltestellen gut eingezeichnet. Wir suchten uns nach unserem Stadtspaziergang also eine passende Station auf dem Stadtplan heraus und begaben uns hinunter.

die vielen Brücken über die Neva werden nachts zu unterschiedlichen Uhrzeiten für jeweils mehrere Stunden hochgezogen. Dann kann die Schifffahrt passieren und die Brückenwärter können schlafen. Ganz grob gesagt passiert das zwischen 1am und 5am, aber wie gesagt, in unterschiedlichen Phasen. Auf meinem Stadtplan waren die Zeiten aufgedruckt. Aber die Taxifahrer wissen natürlich auch bescheid, und nachts würde ich mich nur mit dem Taxi bewegen. Dies ist für Discogänger/Clubber von Bedeutung.

Am Eingang gibt es Automaten für Vielfahrer und Einheimische, aber auch eine Kasse für den direkten Ticketkauf. Alles ist neben kyrillisch gut auf englisch ausgeschildert!

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Die Metro-Tickets kosten 35 Rubel und Ihr bekommt im Gegenzug eine Münze, die Ihr dann in das Drehkreuz steckt.

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Das U-Bahn Netz ist überall gut ausgeschildert, so wie auch übersetzt, da könnt Ihr an sich nicht verloren gehen. Es ist wie am Jungfernstieg in Hamburg, in London, in Buenos Aires teilweise brechend voll auf den Bahnsteigen und beim Umsteigen und man sollte zügig „mit dem Flow“ gehen. Absolut nichts Schlimmes.

In manchen Stationen öffnen die Bahnen die Türen und als Einsteigender steht man vorab wartend vor den Öffnungen. Wo keine Öffnung ist, sieht das dann für den Fahrgast im Inneren so aus, wenn sich die Tür automatisch öffnet. Hups.

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Schnell reinspringen sollte man nur, wenn man alleine unterwegs ist. Auf diese Weise wurden meine Kollegin und ich nämlich getrennt und nur, weil wir gen Endstation fuhren, fanden wir uns nach dort dann wieder. Schrecksekunde. Mehr auf ihrer Seite als auf meiner, weil sie sich auf mich verlassen hat und nur ich kyrillisch lesen kann.

Die Station, die zum Hafen führt – oder von dort abfahrend genutzt werden kann, heisst Primorskaya und befindet sich wie gesagt als Anfangs-/Endpunkt auf der grünen Linie.

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Beeindruckend sind die Stationen insofern, als dass es, ähnlich wie in Prag, erst einmal scheinbar endlos mit der Rolltreppe in die Tiefe geht. Die Bahnhöfe sind zum Teil wirklich schön, die Rolltreppen auch, alt – oder eben ganz modern. Ich bin immer neugierig, mir anzusehen, wie Einheimische leben, und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel gehört für mich dazu.

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Fazit: Es ist ganz einfach, sich in St. Petersburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen. Nur muss man erst einmal lernen, wie es geht und vor allem mit welchen Linien. Ich hoffe, meine Zusammenfassung ist hilfreich für Euch in der Stadt!

Fahrradstation: An unserem Ausgangspunkt hatte ich im Vorbeifahren eine Station mit blauen Fahrrädern gesehen, aber keine Zeit, diese zu besichtigen. Leider sah ich dann in der Innenstadt keine einzige dieser Stationen.

Geldautomat: Obacht, dass man einen nimmt, der auch auf englisch kommuniziert! Ich habe einmal versehentlich einen anderen Automaten benutzt und hatte Mühe, meine Karte wieder herauszubekommen, als ich nichts lesen konnte und nach dem Wort „abbrechen“ suchte…

Rundgang durch St. Petersburg
St. Petersburg mit den Öffentlichen
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